IKEA - Eine Mediananalyse

Zu Beginn des Projektseminars „Wohnkultur“ stand die Themenauswahl. Meine Entscheidung fiel schnell auf das Thema IKEA.

 

Als Kind kam mir der Besuch bei IKEA wie ein riesiges Erlebnis vor. Die Fahrt von meinem Elternhaus in Saarbrücken bis nach Saarlouis schien mir endlos. Dies unterstrich den Erlebnischarakter zusehends. Außerdem fuhren wir selten hin, aufgrund der Distanz. All das machte den Ausflug sehr besonders.

Am Einrichtungshaus angekommen war ich von der Anlage überwältigt. Der Parkplatz und das Gebäude erschienen mir riesig. Von weit her war die blau-gelbe Farbgestaltung zu erkennen, die auf die Nationalfarben der schwedischen Flagge anspielen und den Bezug zu den Wurzeln des Konzerns herstellt.

Im Inneren unterscheidet sich IKEA erheblich von anderen Möbelhäusern. Es gibt Räume, anstatt einzelne ausgestellte Möbelstücke. Diese Räume sind so gestaltet, als könnten sie ein echter Teil einer Wohnung sein und nicht nur zur Schau dastehen.

Im Idealfall wird der Wunsch geweckt, die Ideen von IKEA zu adaptieren und sich sein Zuhause genauso einzurichten. Mir ist es über die Jahre gelungen mein Zimmer nach meinen Vorstellungen mit ausgesuchten IKEA-Möbeln zu gestalten. So lange bis mein Zimmer fast nur noch aus IKEA-Möbeln bestand.

Das Umdenken setzte mit 16 Jahren ein, als ich zum ersten Mal den Film Fight Club anschaute. Der Film thematisiert Konsumverhalten im Allgemeinen und die Uniformität mit der uns IKEA ausstattet im Speziellen. Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich genauso wie der namenlose Protagonist „Sklave des IKEA-Nestbautriebes“ wurde. Von nun an begann ich mein Konsumverhalten und den Umgang mit IKEA stärker zu hinterfragen und umzustellen.

Aus diesem Grund fand ich es spannend, mich in einem wissenschaftlichen Kontext stärker mit der IKEA-Thematik auseinander zu setzen.

Zwei Essays sind im Rahmen der einjährigen Projektarbeit entstanden. Einige Kapitel des zweiten Essays finden sich in den Unterseiten, sowie Literatur, die die Forschungsperspektive erweitern.