Giraffe, Nashorn & Co.

Bei der Untersuchung der Gegenstände im Wohnzimmer sind natürlich nicht nur Sofa und Fernseher interessant und aussagekräftig. Auch Dinge, die sich in Regalen, auf Anrichten, in Vitrinen und auf Fensterbänken befinden, kann sowohl eine gemütlichkeits-, als auch eine dekorativ-stellvertretende Rolle zugeschrieben werden.

Im Aus- bzw. Aufstellen von Mitbringseln aus dem Urlaub ist sowohl die Erinnerung an Entspannung, Erholung, Abenteuer etc., als auch die unterschwellige Demonstration von Weltgewandtheit und Zeitgeist geknüpft.

 

Ganz besonders illustrativ war das bei einem Besuch. Auffallend waren hier vor allem die vielen afrikanisch-anmutenden Dekorationen, die sofort ins Auge sprangen. Zwei lebensgroße Giraffen an der Wand, Nashörner, Nilpferd und Vogelstrauß im Regal neben Schalen, Vasen und Skulpturen. An der Wand eine Lampe mit Jagt-Motiven indigener Völker. Diese Sammlung wirkte wie exponiert, da die Objekte einzeln oder arrangiert in den Regalabteilungen standen, verbreitete aber auch eine behagliche Safari-Atmosphäre.

„Die Figuren hat mein Mann von seinen Geschäftsreisen mitgebracht. Er war beruflich viel in Afrika unterwegs. Botswana, Angola, Simbabwe, Uganda und da hat er überall etwas mitgebracht. Die Giraffen waren natürlich schwierig zu transportieren, aber sie komplettieren unseren kleinen Zoo hier. Am Abend, wenn wir auf dem Sofa liegen, es dunkel ist und nur Kerzen an sind, dann müsste man eigentlich Tierstimmen hören, wie auf einer Safari [lacht].“   

 

Aber nicht nur so offensichtlich dargestellte Gegenstände spielen für die Atmosphäre im Wohnzimmer eine Rolle. Bilder an der Wand, Lampen, Blumensträuße und Bücher in den Regalen können diesen oben beschrieben Doppelsinn haben.